Differenzen — Energie — Gesellschaft

Differenzen in Natur und Gesellschaft

Differenzen und Energie
Differenzen und Energie, Creative Commons CC0 https://pixabay.com/de

Differenzen als Grundlage aller Energieflüsse und damit allen Seins

Beschäftigung mit Energie

Die mit dem Über­gang zu erneu­er­ba­ren Ener­gi­en ver­bun­de­nen Chan­cen regen dazu an, sich mit Ener­gie zu beschäf­ti­gen. Doch was ist Ener­gie eigent­lich?

Ener­gie bemer­ken wir erst in ihrer Wir­kung, wenn Unter­schie­de dazu füh­ren, dass Bewe­gung und damit Ver­än­de­rung auf­kommt. Stel­len wir uns zur Ver­ein­fa­chung eine völ­lig glat­te und unbe­weg­li­che Was­ser­ober­flä­che mit einer schein­bar unend­lich gro­ßen Anzahl von Was­ser­mo­le­kü­len vor. Im Was­ser als Gesamt­heit gibt es kei­ne Ver­än­de­rung außer der loka­len, für unse­re Augen unsicht­ba­ren Wär­me­be­we­gung der ein­zel­nen Was­ser­mo­le­kü­le, solan­ge das Was­ser sich in sei­nem eige­nen geschlos­se­nen Sys­tem selbst über­las­sen wird. Nun gibt es aber da drau­ßen eine angriffs­lus­ti­ge Welt. Die­se Welt über der Was­ser­ober­flä­che besitzt eine Atmo­sphä­re mit unter­schied­li­chem Luft­druck an ver­schie­de­nen Stel­len der Was­ser­flä­che. Mit die­sen Unter­schie­den zwi­schen zwei Orten besteht in der Atmo­sphä­re ein soge­nann­tes Ener­gie­po­ten­ti­al.

Aber die phy­si­ka­li­sche Welt sucht im makro­sko­pi­schen Bereich immer nach Aus­gleich, also auch hier nach Aus­gleich zwi­schen dem Druck an zwei Orten. Dies geschieht dadurch, dass die Luft in Bewe­gung kommt, wobei die Luft vom Ort des hohen Luft­drucks zum Ort des nied­ri­gen Luft­drucks fließt, um den Druck­un­ter­schied aus­zu­glei­chen. Die­se Bewe­gung der Luft spü­ren wir auf unse­rer Haut und bezeich­nen sie als Wind. Nun bewegt sich der Wind auch über die Was­ser­ober­flä­che und ver­än­dert sie somit. Es ent­ste­hen Wel­len an der Ober­flä­che. Im Was­ser selbst exis­tier­te kei­ne poten­ti­el­le Ener­gie, weil es gleich­mä­ßig ver­teilt war und kei­ne ande­ren Unter­schie­de – wie zum Bei­spiel Tem­pe­ra­tur­un­ter­schie­de — zu ver­zeich­nen waren. In der Luft jedoch exis­tier­te poten­ti­el­le Ener­gie auf­grund der Luft­druck­un­ter­schie­de an zwei Orten. Der Aus­gleich des Luft­drucks führt zu soge­nann­ter kine­ti­scher Ener­gie oder ein­fa­cher aus­ge­drückt Bewe­gungs­en­er­gie. Die sich bewe­gen­de Luft reibt sich an der bis­her glat­ten Was­ser­ober­flä­che, womit kine­ti­sche Ener­gie auf das Was­ser wirkt. Dabei ver­tei­len sich die Was­ser­mo­le­kü­le in neu­er Form. Poten­ti­el­le Ener­gie­for­men ver­ur­sa­chen Bewe­gungs­en­er­gie, die Ver­än­de­rungs­pro­zes­se in der mate­ri­el­len Welt aus­löst. For­men und Din­ge ent­ste­hen damit stän­dig neu.

Differenzen als Grundlage aller Flüsse von Energie und damit allen Seins

Ener­gie­po­ten­tia­le sind somit Dif­fe­ren­zen, die im Stre­ben nach Aus­gleich zur Bewe­gung der Mate­rie füh­ren. Dabei wird Ener­gie trans­por­tiert und Dif­fe­ren­zen wer­den an ande­ren Orten erzeugt. Ruhe und sta­bi­le Zustän­de sind nur schein­bar exis­tent, da zeit­lich begrenzt. Des­halb leben wir, ver­än­dern uns und ster­ben. Aber ohne Ener­gie gäbe es uns als phy­si­ka­li­sche Wesen über­haupt nicht. Wir benö­ti­gen Unter­schie­de, Struk­tu­ren in der Welt und kei­nen gleich­mä­ßig aus­ge­leuch­te­ten Him­mel, um zu leben und uns zu ent­wi­ckeln. Es gibt immer irgend­wel­che Trei­ber in die­ser Welt, die Ener­gie­po­ten­tia­le bil­den und damit in der Lage sind, Ent­wick­lung also Ver­än­de­rung anzu­schie­ben. Wir wol­len uns nicht der Fra­ge wid­men, was in die­sem Uni­ver­sum das Urpo­ten­ti­al als Aus­gangs­punkt jeder Ent­wick­lung reprä­sen­tiert. Aber sicher ist, ohne die­ses Poten­ti­al, das Phy­si­ker gern mit dem Urknall umschrei­ben, gäbe es kei­ne Welt. Wir wis­sen heu­te nicht, war­um die Initi­al­zün­dung durch die Ent­ste­hung von Urdif­fe­ren­zen, die meta­pho­risch als spon­ta­ne Sym­me­trie­b­re­chung bezeich­net wer­den, plötz­lich Licht in die Welt brach­te. Licht ent­steht auf der Grund­la­ge von Dif­fe­ren­zen als Unter­schie­de. Es strahlt von den Orten der Hel­lig­keit hin zu den Orten der Dun­kel­heit. Mit die­sen Unter­schie­den ent­stan­den Mil­li­ar­den von Gala­xi­en mit jeweils Mil­li­ar­den von Son­nen und ihren Pla­ne­ten. Auf den Pla­ne­ten ent­stand das Leben. Die­ses Leben kann die über­all vor­han­de­ne, auf der Grund­la­ge von Dif­fe­ren­zen exis­tie­ren­de Ener­gie gewin­nen und mit der Ein­lei­tung von Ver­än­de­run­gen unse­re eige­ne kul­tu­rel­le Erwei­te­rung der natür­li­chen Welt schaf­fen. Inner­halb unse­rer Zeit­rech­nung im Uni­ver­sum initi­ier­te Aus­gangs­po­ten­tia­le führ­ten zu viel­fäl­ti­gen neu­en Poten­tia­len, die wir als Dif­fe­ren­zen zur Gewin­nung von Ener­gie nut­zen kön­nen.

Nutzung von Potentialen während der Entwicklung der Menschheit

Seit Beginn des indus­tri­el­len Wachs­tums nut­zen die Men­schen vor­ran­gig Poten­tia­le zur Ener­gie­be­schaf­fung, die direkt mit über Jahr­mil­lio­nen ange­sam­mel­ten orga­ni­schen Res­sour­cen auf der Erde ver­bun­den sind. Dies betrifft die Res­sour­cen an Koh­le, Erd­öl und Gas. Nun ver­braucht die Mensch­heit aber lei­der Res­sour­cen aus Jahr­mil­lio­nen in weni­gen Jahr­hun­der­ten. Dies ist nicht nach­hal­tig, da die Nut­zung der Res­sour­cen vor­ran­gig auf Ver­bren­nung basiert und die dabei abge­ge­be­ne Rest­wär­me letzt­end­lich im Welt­raum lan­det. Damit sind für uns die lan­ge ange­häuf­ten Poten­tia­le ver­lo­ren, da sie sich nicht aus­rei­chend schnell erneu­ern kön­nen. Unter nach­hal­ti­ger Ener­gie­nut­zung ver­ste­hen wir den Ein­satz von Ener­gie­po­ten­tia­len, die uns immer wie­der in Zeit­ho­ri­zon­ten neu zur Ver­fü­gung ste­hen, die den Zeit­ab­schnit­ten ent­spre­chen, in denen die­se Ener­gie in ver­schie­de­ne ande­re Ener­gie­for­men zur Nut­zung durch unse­re Gesell­schaft umge­wan­delt wird. Dies betrifft ins­be­son­de­re die Ver­wen­dung der Poten­tia­le zur Erzeu­gung von Wär­me sowie zur Erzeu­gung von kine­ti­scher Ener­gie für die Fort­be­we­gung oder das Antrei­ben von Gene­ra­to­ren zur Gewin­nung von elek­tri­scher Ener­gie. Nach­hal­ti­ge Ener­gie­ge­win­nung führt zu lang­fris­tig sta­bi­len Kreis­läu­fen, die unse­re Ver­än­de­rungs­pro­zes­se antrei­ben, ohne zum Still­stand zu kom­men.

Die Fra­ge ist nun, ob wir die bis­he­ri­ge Art der Ener­gie­ge­win­nung bei­be­hal­ten, die unse­ren Pla­ne­ten so radi­kal ver­än­dert, dass die Grund­la­gen unse­res Lebens ver­lo­ren gehen oder ob wir zu nach­hal­ti­gen Ener­gie­um­wand­lungs­for­men über­ge­hen kön­nen.

Wie kön­nen wir dem aktu­el­len Dilem­ma der Ener­gie­nut­zung ent­kom­men? Wie haben die Men­schen frü­her Ener­gie gewon­nen, um die­se für Wär­me und Bewe­gung zu nut­zen? Wel­che Mög­lich­kei­ten bie­ten sich uns heu­te? Kön­nen wir etwas von frü­he­ren For­men der Ener­gie­ge­win­nung ler­nen, um mit heu­ti­gen tech­no­lo­gi­schen Mög­lich­kei­ten fal­sche Wege der Neu­zeit zu ver­las­sen und mit alten Wegen moder­ne Zei­ten zu beschrei­ten. Nichts ande­res drückt der Begriff Ener­gie­wen­de aus. Bevor wir uns aber den Mög­lich­kei­ten der Ener­gie­ge­win­nung in Kreis­läu­fen wid­men, sol­len noch die gesell­schaft­li­chen Aspek­te der Anwen­dung von Dif­fe­ren­zen bewer­tet wer­den.

 

Gesellschaftliche Aspekte von Differenzen

Wir haben dar­auf zu ver­trau­en, dass jeder ein­zig­ar­tig ist und alle ver­schie­den. Das muss zur vol­len Blü­te gebracht und in Koope­ra­ti­on mit ande­ren zusam­men geführt wer­den, damit etwas ent­steht, was höchs­te Fle­xi­bi­li­tät besitzt. Fle­xi­bi­li­tät ist das Rezept der Natur zur bes­ten Anpas­sung von höher ent­wi­ckel­ten Wesen an zukünf­ti­ge Anfor­de­run­gen. Sie sind nicht opti­miert auf ganz bestimm­te Situa­tio­nen, son­dern sie sind opti­miert auf etwas, was prin­zi­pi­ell unbe­kannt ist, eben auf eine Zukunft hin, die wesent­lich offen ist.”

(Hans-Peter Dürr, Quan­ten­phy­si­ker, lang­jäh­ri­ger Mit­ar­bei­ter von Wer­ner Hei­sen­berg, Trä­ger des Alter­na­ti­ven Nobel­prei­ses)

Differenzen als Antriebskraft gesellschaftlicher Entwicklung

Ener­gie stellt die fun­da­men­ta­le Grö­ße der Phy­sik dar. Phy­si­ker kön­nen Ener­gie beschrei­ben, wis­sen aber nicht wirk­lich, was im Kern Ener­gie ist. Der Ener­gie­be­griff wird anschau­lich, aber nicht fun­da­men­tal, beschrie­ben als Fähig­keit Arbeit zu ver­rich­ten. Arbeit im wei­ten Sin­ne bedeu­tet hier, Kör­per in Bewe­gung zu ver­set­zen, zu ver­for­men, Gas zusam­men­zu­drü­cken, elek­tri­schen Strom flie­ßen zu las­sen oder elek­tro­ma­gne­ti­sche Wel­len bei­spiels­wei­se als Radio­wel­len abzu­sen­den. Beson­ders viel Arbeit wird ver­rich­tet, um uns am Leben zu erhal­ten.

Wir neh­men Ener­gie also erst rich­tig war, wenn sie etwas bewirkt, wenn sie einem Stück Mate­rie ent­lang eines Weges eine bestimm­te Wir­kung ver­leiht, wenn sie einen Fluss der Ver­än­de­rung aus­löst und For­men schafft.

(„Leben heißt Spu­ren zu hin­ter­las­sen.“ Wal­ter Ben­ja­min)

Wir beschrei­ben Ener­gie damit nicht als irgend­ei­ne Sub­stanz, son­dern in ihrer Wir­kung. Ihre Wir­kung basiert aber nur auf Poten­tia­len, die die eigent­li­che Fähig­keit zur Wir­kung aus­drü­cken, wie im letz­ten Abschnitt schon aus­ge­führt. Poten­tia­le bedeu­ten Dif­fe­ren­zen in der an ver­schie­de­nen Orten unter­schied­li­chen Fähig­keit Arbeit zu ver­rich­ten. Wenn die Fähig­keit Wir­kung zu ver­rich­ten an allen Orten gleich wäre, wür­de es kei­ne Wir­kung von Ener­gie geben. Erst die Dif­fe­ren­zen füh­ren zur Wir­kung und damit zur Schaf­fung von Gestalt durch Ener­gie, die Arbeit ver­rich­tet. Dif­fe­ren­zen sind als eine Art poten­ti­el­le Form die Ursa­che der Ent­wick­lung und Ener­gie stellt die Wir­kung dar, durch die Gestalt als mate­ri­el­les Ergeb­nis ent­steht.

Die Fra­ge ist nun, wie Dif­fe­ren­zen ent­ste­hen. Dies kön­nen die Phy­si­ker heu­te im eigent­li­chen Ursprung nicht erklä­ren. Wir haben schon über den Urknall als Ursprung aller Dif­fe­ren­zen gespro­chen. Quan­ten­phy­si­ker beschrei­ben die Dif­fe­ren­zen als viel­fäl­ti­ge Poten­tia­le, die alle gleich­zei­tig denk­bar sind. Erst der Beob­ach­ter wählt einen bestimm­ten Dif­fe­ren­zen­zu­stand durch die Wahl sei­ner Beob­ach­tungs­me­tho­de aus. Damit wäre die Ursa­che aller Ener­gie dann die Infor­ma­ti­on. Wir wol­len hier aber nicht wei­ter phi­lo­so­phie­ren, inwie­weit Infor­ma­ti­ons­be­reit­stel­lung und damit viel­leicht das Den­ken die Welt ver­än­dert. Aber grund­sätz­lich sind in der Welt die Geset­ze gleich. Genau­so wie Dif­fe­ren­zen und damit die ver­bun­de­ne Wir­kung von Ener­gie die For­men unse­rer erleb­ba­ren Welt gestal­ten, so ent­wi­ckeln Dif­fe­ren­zen das gesell­schaft­li­che Sein und ver­än­dern damit die Natur durch neue For­men der mensch­li­chen Kul­tur. Die mensch­li­che Gesell­schaft schafft dabei neue form­ge­ben­de Ursa­chen, die wie­der­um unse­re erleb­te Wirk­lich­keit ver­än­dern.

Inso­fern müs­sen wir uns fra­gen, ob der ste­ti­ge Pro­zess der Wand­lung loka­ler mensch­li­cher Kul­tur­krei­se mit loka­len Wirt­schafts­kreis­läu­fen und unter­schied­lichs­ten poli­ti­schen Aus­ge­stal­tungs­for­men der Gesell­schaft zu einer glo­ba­li­sier­ten und völ­lig ver­ein­heit­lich­ten Welt voll­stän­dig gestützt wer­den kann. Die posi­ti­ve Ziel­stel­lung glei­cher Mög­lich­kei­ten für alle Men­schen darf nicht zu einer Ein­heits­kul­tur füh­ren. Ein schein­bar für alle Men­schen gel­ten­de poli­ti­sche Ide­al­kon­struk­ti­on sowie welt­weit stan­dar­di­sier­te, ein­heit­li­che Wirt­schafts­kreis­läu­fe schaf­fen Dif­fe­ren­zen ab. Mit der Abschaf­fung von Dif­fe­ren­zen ver­lie­ren wir form­ge­ben­de Ursa­chen und damit in der Kon­se­quenz Antrie­be unse­rer Ent­wick­lung. Völ­li­ger Aus­gleich von Dif­fe­ren­zen bedeu­tet Still­stand.

Ander­seits bedeu­tet völ­lig loka­les Den­ken die Ent­wick­lung eines geschlos­se­nen Sys­tems, dem der Input der Umge­bung fehlt. Das Sys­tem kann sich dann nur noch inner­halb sei­ner Gren­zen ent­wi­ckeln. Wenn die­ses loka­le Sys­tem in sich wie­der­um ein­heit­li­che Mecha­nis­men hat, ver­liert es eben­so Dif­fe­ren­zen und das loka­le Sys­tem erstarrt.

Wir schlie­ßen dar­aus, dass völ­lig lokal zen­trier­te Gesell­schaf­ten mit einem stark aus­ge­präg­ten Natio­na­lis­mus eben­so bezüg­lich ihrer Ent­wick­lungs­fä­hig­keit erstar­ren. Dies wäre die Zukunft einer völ­lig glo­ba­li­sier­ten Gesell­schaft als ein umfas­sen­des Sys­tem ohne aus­rei­chen­de inter­ne Dif­fe­ren­zen und ohne exter­ne Beein­flus­sung.

Die Kunst einer inno­va­ti­ven und ent­wick­lungs­fä­hi­gen Gesell­schaft besteht somit dar­in, lokal als eigen­stän­di­ges Sys­tem zu agie­ren, aber gleich­zei­tig die glo­ba­le Ver­net­zung für eine genü­gen­de exter­ne Beein­flus­sung anzu­stre­ben. Dif­fe­ren­zen beför­dern die Ent­wick­lungs­fä­hig­keit abge­schlos­se­ner sta­bi­ler Ein­hei­ten, wenn gleich­zei­tig die Mög­lich­keit geschaf­fen wird, Gren­zen viel­fäl­tig zu über­spie­len. Damit aber ein umfas­sen­des und ein­heit­li­ches Sys­tem der mensch­li­chen Gesell­schaft auf dem Pla­ne­ten Erde nicht ohne exter­nen Ein­fluss erstarrt, sind Dif­fe­ren­zen und damit auch Gren­zen zu gestal­ten. Es wird eine trans­pa­ren­te Hül­le des Sys­tems Gesell­schaft benö­tigt. Der Leit­spruch jeder gesell­schaft­li­chen Ein­heit soll­te lau­ten: Hand­le lokal und den­ke glo­bal. Welt­um­fas­sen­des Den­ken ist zu ver­bin­den mit regio­na­lem Han­deln.

Beto­nung von Regio­na­li­tät bedeu­tet jedoch kei­nen Pro­vin­zia­lis­mus im iso­lier­ten Dasein, son­dern eine neue Form der Gemein­schaft in der glo­ba­len Welt als Gan­zes. Letzt­end­lich bedeu­tet die­ses gesell­schaft­li­che Den­ken die Ver­bin­dung von Hand­lun­gen in regio­na­len Kreis­läu­fen als eine Art selbst­stän­di­ge Zel­le zu ver­bun­de­nen Kreis­läu­fen in einem glo­ba­len Orga­nis­mus. Die gesell­schaft­li­che Ent­wick­lung beschreibt damit einen Weg, den auch die Ent­wick­lung des Lebens gegan­gen ist. Besei­tigt eine Gesell­schaft alle Dif­fe­ren­zen oder schafft undurch­dring­ba­re Gren­zen, dann erstarrt die Gesell­schaft in sich selbst und lei­tet den Beginn ihrer Abwärts­ent­wick­lung ein. Dies bewirkt aber auch das völ­li­ge Abschaf­fen von Gren­zen und Dif­fe­ren­zen in einer völ­lig glo­ba­li­sier­ten Welt.

Das poli­ti­sche Pro­jekt besteht dar­in, Dif­fe­ren­zen zu beto­nen und Ver­bun­den­heit zu schaf­fen. Dies soll nach­fol­gend für die zukünf­ti­ge Gestal­tung des Ener­gie­sys­tems zu einem Sys­tem brei­ter Betei­li­gung von Pro­sumen­ten abge­lei­tet wer­den, in dem die Bür­ger, mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men, Kom­mu­nen und Regio­nen viel­fäl­ti­ge Chan­cen bei gleich­zei­ti­ger Beach­tung von Nach­hal­tig­keit erhal­ten.

Kieß­ling, Andre­as (Hrsg.).; Hart­mann, Gun­nar (2013). Ener­gie zyklisch den­ken. Etwa 130 S., E-Book (Ama­zon). Lei­men. 01.10.2013. ISBN 978–3-00–047441-5.

Andreas Kießling
Über Andreas Kießling 39 Artikel
Andreas Kießling hat in Dresden Physik studiert und lebt im Raum Heidelberg. Er beteiligt sich als Freiberufler und Autor an der Gestaltung nachhaltiger Lebensräume und zugehöriger Energiekreisläufe. Dies betrifft Themen zu erneuerbaren und dezentral organisierten Energien. Veröffentlichungen als auch die Aktivitäten zur Beratung, zum Projektmanagement und zur Lehre dienen der Gestaltung von Energietechnologie, Energiepolitik und Energieökonomie mit regionalen und lokalen Chancen der Raumentwicklung in einer globalisierten Welt.

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