Vielfalt durch Autonomie sowie Sicherheit und Dynamik durch Gemeinschaft

Vielfalt im Blumenmeer
Mum­melgrum­mel [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]
Ener­gie stellt die fun­da­men­ta­le Grö­ße der Phy­sik dar. Phy­si­ker kön­nen Ener­gie beschrei­ben, wis­sen aber nicht wirk­lich, was im Kern Ener­gie ist. Wir neh­men Ener­gie erst rich­tig war, wenn sie etwas bewirkt, wenn sie einen Fluss der Ver­än­de­rung aus­löst und For­men schafft.   Wir beschrei­ben Ener­gie damit nicht als irgend­ei­ne Sub­stanz, son­dern in ihrer Wir­kung. Ihre Wir­kung basiert aber nur auf Poten­tia­len, die die eigent­li­che Fähig­keit zur Wir­kung aus­drü­cken. Poten­tia­le ver­ur­sa­chen Dif­fe­ren­zen bezüg­lich der an ver­schie­de­nen Orten unter­schied­li­chen Fähig­keit Arbeit zu ver­rich­ten. Wenn die Fähig­keit zur Erzie­lung von Wir­kung an allen Orten gleich wäre, wür­de es kei­ne Ener­gie­flüs­se geben. Erst die Dif­fe­ren­zen füh­ren zur Wir­kung und damit zur Schaf­fung von Gestalt durch Ener­gie, die Arbeit ver­rich­tet. Dif­fe­ren­zen sind als eine Art poten­ti­el­le Form Ursa­che der Ent­wick­lung, wäh­rend Ener­gie die Wir­kung dar­stellt, durch die Gestalt als mate­ri­el­les Ergeb­nis ent­steht.

Das Zulas­sen von Viel­falt durch Auto­no­mie ist Ursa­che und Quel­le von Dif­fe­ren­zen und damit von Gestal­tung. Auf der ande­ren Sei­te ist Ver­bun­den­heit das Mit­tel und die Kraft, die Unter­schie­de zur Ent­fal­tung von dyna­mi­scher Ent­wick­lung und Sicher­heit in der Gemein­schaft zu nut­zen.

 

Differenzen als Antriebskraft gesellschaftlicher Entwicklung

Inso­fern müs­sen wir uns fra­gen, ob der ste­ti­ge Pro­zess der Wand­lung loka­ler mensch­li­cher Kul­tur­krei­se mit loka­len Wirt­schafts­kreis­läu­fen und unter­schied­lichs­ten poli­ti­schen Aus­ge­stal­tungs­for­men der Gesell­schaft zu einer glo­ba­li­sier­ten und völ­lig ver­ein­heit­lich­ten Welt voll­stän­dig gestützt wer­den kann. Lei­der wird der Begriff der Soli­da­ri­tät oft nur mit gemein­sa­men und glei­chen Ver­fah­ren in Ver­ant­wor­tung weni­ger Akteu­re ver­bun­den. Die posi­ti­ve Ziel­stel­lung glei­cher Mög­lich­kei­ten für alle Men­schen darf nicht zu einem Ein­heits­sys­tem füh­ren. Viel­falt durch Auto­no­mie bleibt die not­wen­di­ge Quel­le für gesell­schaft­li­che Ent­wick­lung.

Ander­seits bedeu­tet aus­schließ­lich loka­les Den­ken die Ent­wick­lung eines geschlos­se­nen Sys­tems, dem der Input der Umge­bung fehlt. Das Sys­tem kann sich dann nur noch inner­halb sei­ner Gren­zen ent­wi­ckeln. Wenn die­ses loka­le Sys­tem in sich wie­der­um ein­heit­li­che Mecha­nis­men hat, ver­liert es eben­so Dif­fe­ren­zen und das loka­le Sys­tem erstarrt.

 

Vielfalt durch Autonomie im zellularen Energiesystem

Wir schlie­ßen dar­aus, dass völ­lig lokal zen­trier­te Sys­te­me mit einem stark aus­ge­präg­ten Eigen­be­zug eben­so bezüg­lich ihrer Ent­wick­lungs­fä­hig­keit erstar­ren, wie dies ein völ­lig glo­ba­li­sier­tes Sys­tem ohne aus­rei­chen­de inter­ne Dif­fe­ren­zen und ohne exter­ne Beein­flus­sung tut. Die­se Erkennt­nis reif­te zum zel­lu­la­ren Ansatz für ein Ener­gie­sys­tem als Ener­gie­or­ga­nis­mus, bestehend aus auto­no­men Zel­len. Auch im Ener­gie­sys­tem ist Viel­falt durch Auto­no­mie zu gestal­ten sowie gleich­zei­tig die Sicher­heit und Dyna­mik der Ent­wick­lung in der Gemein­schaft zu sichern.

Weder ein ver­ein­heit­lich­tes Ver­bund­sys­tem noch ein rei­nes Insel­sys­tem aut­ar­ker Ener­gie­kreis­läu­fe erreicht das Opti­mum. Aber eben­so bedeu­tet Auto­no­mie die Fähig­keit zur Insel­bil­dung, um Fle­xi­bi­li­tät im Ener­gie­or­ga­nis­mus unter allen Bedin­gun­gen zu erhal­ten. Das zel­lu­la­re Ener­gie­sys­tem benö­tigt des­halb zwin­gend die Insel­fä­hig­keit in den ein­zel­nen Ener­gie­zel­len.

Die Kunst eines inno­va­ti­ven und ent­wick­lungs­fä­hi­gen Sys­tems besteht somit dar­in, lokal als eigen­stän­di­ges Sys­tem zu agie­ren, aber gleich­zei­tig die glo­ba­le Ver­net­zung für genü­gend exter­ne Beein­flus­sung anzu­stre­ben. Dif­fe­ren­zen beför­dern die Ent­wick­lungs­fä­hig­keit abge­schlos­se­ner sta­bi­ler Ein­hei­ten, wenn gleich­zei­tig die Mög­lich­keit geschaf­fen wird, Gren­zen viel­fäl­tig zu über­spie­len. Damit aber ein umfas­sen­des und ein­heit­li­ches Sys­tem der mensch­li­chen Gesell­schaft auf dem Pla­ne­ten Erde nicht ohne exter­nen Ein­fluss erstarrt, sind Dif­fe­ren­zen und damit auch Gren­zen zu gestal­ten. Es wird eine trans­pa­ren­te Hül­le des Sys­tems benö­tigt. Der Leit­spruch die­ses Den­kens lau­tet: Hand­le lokal und den­ke glo­bal!

Dies beschreibt ange­wen­det auf das Ener­gie­sys­tem kom­pri­miert das Ziel des zel­lu­la­ren Ansat­zes.  Letzt­end­lich bedeu­tet die­ses gesell­schaft­li­che Den­ken die Ver­bin­dung von Hand­lun­gen in regio­na­len Kreis­läu­fen als selbst­stän­di­ge Ener­gie­zel­le zu ver­bun­de­nen Ener­gie­kreis­läu­fen im natio­na­len als auch glo­ba­len Ener­gie­or­ga­nis­mus.

Das poli­ti­sche Pro­jekt für ein sol­ches Ener­gie­sys­tem besteht dar­in, Viel­falt durch Auto­no­mie zuzu­las­sen sowie gleich­zei­tig Ver­bun­den­heit zu beför­dern.