Buch Energie zyklisch denken

Gestaltung von Energiekreisläufen in autonomen sowie verbundenen Energiezellen

Literaturquelle: Buch Energie zyklisch denken (Andreas Kießling und Gunnar Hartmann)
Energie zyklisch denken Copyright by Andreas Kießling & Gunnar Hartmann

Buch Energie zyklisch denken — Andreas Kießling und Gunnar Hartmann

Obwohl die Ener­gie­wen­de in ers­ter Linie einen gro­ßen und noch nie dage­we­se­nen Pro­zess der Umge­stal­tung ein­lei­tet, ver­birgt sich hin­ter die­ser sicht­ba­ren Ver­än­de­rung der Land­schaf­ten und Städ­te ein womög­lich noch grö­ße­rer unsicht­ba­rer Pro­zess des Umler­nens beim The­ma Ener­gie. Die als gene­rell sicher geglaub­ten Lösungs­an­sät­ze stel­len sich nun als die eigent­li­chen Pro­ble­me her­aus. Bestehen­de Theo­ri­en und Werk­zeu­ge als auch Wer­te wer­den all­mäh­lich aus­ge­wech­selt. Hier­ar­chi­en gera­ten ins Wan­ken. Oppo­si­tio­nen wei­chen sich auf. Der umwelt­schüt­zen­de Akti­vist wird zum öko­lo­gisch den­ken­den Öko­nom. Der Exper­te wird Teil eines fach­über­grei­fen­den Teams. Eine mul­ti­ple Autoren­schaft ver­än­dert nun ste­tig sowohl ihre Spra­che als auch die ver­wen­de­ten Begriff­lich­kei­ten. Das Inter­net der Din­ge ermög­licht neue For­men und Räu­me der Gemein­schaft und Kom­mu­ni­ka­ti­on. Untrenn­bar neh­men wir bis­her geglaub­te tech­ni­sche Her­aus­for­de­run­gen als sozia­le Chan­cen wahr. Alles bewegt sich. Das Buch Ener­gie zyklisch den­ken (Andre­as Kieß­ling und Gun­nar Hart­mann) möch­te in der dabei auf­kom­men­den Unord­nung Ori­en­tie­rung geben.

 

Wechselbeziehung von Technik und Gestaltung

 

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Trotz die­ser Unord­nung soll­ten wir opti­mis­tisch gestimmt das neue Zeit­al­ter betre­ten. Anstatt um Stand­or­te und limi­tier­te Roh­stof­fe zu rin­gen, ergrün­den wir fort­an stand­ort­spe­zi­fisch die schier end­lo­sen Mög­lich­kei­ten erneu­er­ba­rer Ener­gi­en. Eine Welt der Viel­falt und Unter­schie­de ent­fal­tet sich. Die Dif­fe­ren­zen neh­men zu. Basie­rend auf einer Kom­mu­ni­ka­ti­on nicht nur zwi­schen Men­schen, son­dern vor allem zwi­schen Mensch und Umwelt, ver­langt die­se Welt nach mul­ti­plen Über­set­zern.

Einer­seits ermög­li­chen tech­ni­sche Über­set­zer Gesprä­che mit der Umwelt. Unter ande­rem mes­sen Sen­so­ren Ver­än­de­run­gen, so zur Ver­or­tung und Koor­di­na­ti­on von Pro­duk­ti­ons­ab­läu­fen oder zur Mes­sung von Mate­ri­al­kon­di­tio­nen bestehen­der Infra­struk­tu­ren bis hin zur Erfas­sung gesund­heits­ge­fähr­den­der Daten unse­rer Umwelt. Somit ermög­li­chen Sen­so­ren als Über­set­zer eine Kom­mu­ni­ka­ti­on mit den Din­gen, die uns umge­ben. Aber die­ser ste­tig anwach­sen­de Infor­ma­ti­ons­aus­tausch kon­fron­tiert uns mit einer Flut gro­ßer Daten­men­gen (big data) und ver­langt nach neu­en Wahr­neh­mungs­mo­di. Ande­rer­seits wer­den jene Über­set­zer benö­tigt, die nicht nur bereit sind, ihr erlern­tes Wis­sen zu hin­ter­fra­gen, son­dern mehr noch gewillt sind umzu­ler­nen. Dabei ist das Buch Ener­gie zyklisch den­ken in gewis­ser Wei­se das Resul­tat einer sol­chen Über­set­zungs­ar­beit. Feder­füh­rend agiert der Phy­si­ker als Theo­re­ti­ker. Fra­gend betei­ligt sich der Gestal­ter als Prag­ma­ti­ker. Vie­le der anfäng­lich auf­ge­wor­fe­nen phy­si­ka­li­schen als auch tech­no­lo­gi­schen Fra­gen zur Ener­gie­um­wand­lung konn­ten nur unzu­rei­chend mit fach­spe­zi­fi­schen Erklä­run­gen beant­wor­tet wer­den. Dem Bild muss man in Retro­spek­ti­ve bei der Wis­sens­ver­mitt­lung von Sach­ver­hal­ten eine akti­ve und gestal­ten­de Rol­le zuschrei­ben. Das Buch der Autoren Andre­as Kieß­ling und Gun­nar Hart­mann ent­stand also aus der Not­wen­dig­keit, eine Kom­mu­ni­ka­ti­ons­lü­cke zu schlie­ßen.

Energieorganismus

Aus­lö­ser war am Anfang ein für alle Sei­ten äußerst meta­pho­ri­scher jedoch gleich­zei­tig extrem pro­duk­ti­ver Begriff des Ener­gie­or­ga­nis­mus. Ein Orga­nis­mus steht sinn­bild­lich für eine kom­ple­xe Form eines ein­zel­nen Betriebs­sys­tems, das auf Basis ener­ge­ti­scher und kom­mu­ni­ka­ti­ver als auch logis­ti­scher Infra­struk­tu­ren sei­ne Exis­tenz gewähr­leis­tet. In einem Orga­nis­mus befin­det sich alles im Fluss, und wie­der­um befin­det sich jener Orga­nis­mus im Fluss sei­ner Umwelt. Obwohl die Gesamt­heit der uns zur Ver­fü­gung ste­hen­den Ener­gie weder erzeugt noch ver­nich­tet wer­den kann (Ener­gie­er­hal­tungs­satz), befin­det sich das, was wir Ener­gie nen­nen, in einem ste­ti­gen Umwand­lungs­pro­zess. In die­sem Buch set­zen wir uns ins­be­son­de­re mit der Gesetz­mä­ßig­keit von Ener­gie­flüs­sen aus­ein­an­der, die besagt, dass Ener­gie durch Wir­kun­gen von hei­ßen zu kal­ten und von kon­zen­trier­ten zu zer­streu­ten Zustän­den in Erschei­nung tritt. Um Ener­gie zu nut­zen, suchen wir also die Unter­schie­de zwi­schen Zustän­den, die Poten­ti­al­un­ter­schie­de als Dif­fe­ren­zen. Das Anzap­fen jener Umwand­lungs­pro­zes­se, das heißt, das lang­zei­ti­ge Nutz­bar­ma­chen der Ener­gie­flüs­se für den Men­schen, setzt ein Den­ken in Zyklen vor­aus. Die­ses zykli­sche Den­ken ist somit der Gegen­stand unse­rer Publi­ka­ti­on.

Mit Hil­fe die­ses Buches, so hof­fen wir, soll einem brei­te­ren Publi­kum, vor allem jenen, die Gestal­tungs­pro­zes­se initi­ie­ren, koor­di­nie­ren oder an ihnen betei­ligt sind, ein zykli­sches Den­ken im Ener­gie­or­ga­nis­mus zugäng­lich gemacht wer­den. Denn jenes Den­ken trach­tet nach lang­fris­ti­gen Gestal­tungs­stra­te­gi­en. Sowohl die Gegen­stän­de als auch die Kon­se­quen­zen, die sich aus der Gestal­tung und den dazu erfor­der­li­chen Pro­zes­sen erge­ben, sind fort­an über ihre eigent­li­che Lebens­dau­er hin­aus zu erfas­sen. Somit lie­fert das vor­lie­gen­de Buch kei­ne Road­map und ist auch nicht als Hand­buch der erneu­er­ba­ren Ener­gi­en oder der Nach­hal­tig­keit zu ver­ste­hen. Ganz im Gegen­teil. Das Buch Ener­gie zyklisch den­ken (Andre­as Kieß­ling und Gun­nar Hart­mann) for­dert uns auf, sich von der so sehr gelieb­ten Fik­ti­on, den einen Lösungs­an­satz zu fin­den, ein für alle Mal zu ver­ab­schie­den.

Kieß­ling, Andre­as (Hrsg.).; Hart­mann, Gun­nar (2013). Ener­gie zyklisch den­ken. Etwa 130 S., E-Book (Ama­zon). Lei­men. 01.10.2013. ISBN 978–3-00–047441-5.

Andreas Kießling
Über Andreas Kießling 42 Artikel
Andreas Kießling hat in Dresden Physik studiert und lebt im Raum Heidelberg. Er beteiligt sich als Freiberufler und Autor an der Gestaltung nachhaltiger Lebensräume und zugehöriger Energiekreisläufe. Dies betrifft Themen zu erneuerbaren und dezentral organisierten Energien. Veröffentlichungen als auch die Aktivitäten zur Beratung, zum Projektmanagement und zur Lehre dienen der Gestaltung von Energietechnologie, Energiepolitik und Energieökonomie mit regionalen und lokalen Chancen der Raumentwicklung in einer globalisierten Welt.

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