Digitaler Netzanschluss und autonomes Energiemanagement

C/sells Autonomie Lab Leimen als Blaupause für Novellierung des §14a EnWG und des §9 EEG

Digitaler Netzanschluss und autonomes Energiemanagement
Steuerbarkeit am Netzanschluss des Gebäudes, vom Netz zum digitalen Netzanschluss über das lokale Energiemanagementsystem bis zum Elektrofahrzeug

Inhaltsverzeichnis

  1. Vor­wort — Dampf­ma­schi­ne im Cyber War
  2. Zusam­men­fas­sung — Inno­va­ti­ons­im­pul­se statt Detailregulierung
  3. Emp­feh­lun­gen zur EEG- und EnWG-Novel­le — Auto­no­mie hin­ter dem Netzanschluss
  4. Trei­ber der Energiewende
  5. Stan­dards sind Bin­de­glied zwi­schen Inno­va­ti­on und Sicher­heit — Gestal­tungs­ebe­nen wirt­schaft­li­cher Entwicklung
  6. Eigen­ver­sor­gung und Energiegemeinschaften
  7. Emp­feh­lun­gen für die Schnitt­stel­le zum Prosumenten
  8. C/sells-Posi­ti­on zum Stu­fen­mo­dell des BMWI zur Wei­ter­ent­wick­lung von Stan­dards für die Digi­ta­li­sie­rung der Energiewende
  9. Tech­ni­sche Detail­re­gu­lie­rung im EEG unter Blick­win­kel der Abgren­zung von Rechts­sys­tem, nor­ma­ti­ver Basis und Innovation
  10. Lab Hybrid — Digi­ta­ler Netz­an­schluss und auto­no­mes Ener­gie­ma­nage­ment — Blau­pau­se für Novel­lie­rung EnWG und EEG

C/sells Autonomie Lab Leimen als Blaupause für Novellierung des §14a EnWG und des §9 EEG

  • Digi­ta­ler Netz­an­schluss und auto­no­mes Ener­gie­ma­nage­ment: Auto­no­mie Lab Lei­men demons­triert prak­ti­sche Umsetz­bar­keit der Steu­er­bar­keit am Netz­an­schluss­punkt mit dem EEBUS Stan­dard und der neu­en VDE 2829–6
  • C/sells Part­ner Stadt­wer­ke Schwä­bisch Hall, VIVAVIS AG, Schleu­pen AG, Fraun­ho­fer IEE und die KEO GmbH sowie Andre­as Kieß­ling (ener­gy design) erzie­len tech­ni­schen Erfolg mit dem digi­ta­len Netz­an­schluss auf Basis einer Initia­ti­ve der Stadt­wer­ke München
  • Inter­ope­ra­bi­li­tät und Ska­lier­bar­keit: Mit Markt­ein­füh­rung einer siche­ren Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ein­rich­tung in Kom­bi­na­ti­on mit der FNN Steu­er­box wird die Beein­flus­sung des Strom­be­zu­ges und der Ein­spei­sung auch für Gebäu­de möglich

Digitaler Netzanschluss und autonomes Energiemanagement in der Demonstration Lab Hybrid

Im Rah­men des För­der­pro­jek­tes C/sells zeig­ten die Pro­jekt­part­ner erst­mals eine Lösung für die Pra­xis zu den aktu­el­len Erwei­te­run­gen des §14a des Ener­gie­wirt­schafts­ge­set­zes (EnWG), des­sen Ent­wurf vor­aus­sicht­lich zum Jah­res­en­de 2020 ver­öf­fent­licht wird, und des aktu­el­len Ent­wurfs zur Novel­le des §9 des Erneu­er­ba­re-Ener­gien-Gesetz­tes (EEG) vom Sep­tem­ber 2020. Digi­ta­ler Netz­an­schluss und auto­no­mes Ener­gie­ma­nage­ment bil­den dabei eine Lösung für die inter­ope­ra­bel durch­gän­gi­ge Steue­rung einer Lie­gen­schaft mit Smart Meter Gate­way (SMGW), digi­ta­ler Steu­er­box des Netz­be­trei­bers und mit loka­lem Ener­gie­ma­nage­ment­sys­tem (EMS) im Gebäude.

Als Demons­tra­ti­ons­zel­le dient das Auto­no­mie Lab in Lei­men, wel­ches über die ent­spre­chen­den Erzeu­gungs­an­la­gen (z.B. Solar­an­la­ge) und fle­xi­ble Ver­brau­cher (z.B. Lade­ein­rich­tung) ver­fügt. Ein­ge­setzt wur­de eines der ers­ten ver­füg­ba­ren Mus­ter der VIVAVIS Steu­er­box nach dem FNN-Stan­dard inklu­si­ve der digi­ta­len EEBUS-Schnitt­stel­le zusam­men mit dem SMGW von der PPC AG, einem Ener­gie­ma­nage­ment­sys­tem von Fraun­ho­fer IEE sowie einer Wall­box von Men­ne­kes. Die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen allen betei­lig­ten Kom­po­nen­ten basiert auf der auch aus C/Sells mit­ge­stal­te­ten VDE 2829–6, einer Anwen­dungs­re­gel für die Kom­mu­ni­ka­ti­on am Netz­an­schluss­punkt, wel­che auf den EEBUS Spe­zi­fi­ka­tio­nen und einer Initia­ti­ve der Stadt­wer­ke Mün­chen basiert. Die hier­zu im Gebäu­de des Pro­sumen­ten und Pro­jekt­ent­wick­lers Andre­as Kieß­ling (ener­gy design) umge­setz­te Lösung ist damit der ers­te Pra­xis­test der neu­en VDE-Anwen­dungs­re­gel und zugleich der ers­te Anwen­dungs­fall des zum Jah­res­en­de 2020 ver­öf­fent­li­chen FNN-Las­ten­hef­tes zur Steuerbox.

Über inter­ope­ra­ble Pro­zes­se der Sys­tem­ar­chi­tek­tur wur­den neben der Beein­flus­sung der Erzeu­gungs- und Ver­brauchs­leis­tung durch die Leit­war­te von Stadt­wer­ke Schwä­bisch Hall auch die Insel­fä­hig­keit bei exter­ner Stö­rung getes­tet (Demons­tra­ti­on Lab Noir im Mai 2019) und damit der Nach­weis ange­tre­ten, dass Pro­sumen­ten dem Netz­be­trei­ber mit ver­füg­ba­rer, stan­dar­di­sier­ter Tech­nik Fle­xi­bi­li­tät bereit­stel­len kön­nen. Das loka­le Ener­gie­ma­nage­ment­sys­tem im Gebäu­de gewähr­leis­tet durch Steue­rung der ein­zel­nen Gerä­te und Anla­gen die Ein­hal­tung der gewünsch­ten Leis­tungs­wer­te am Netz­an­schluss­punkt, ohne dass der Netz­be­trei­ber auf ein­zel­ne Gerä­te zugrei­fen muss.

Digitaler Netzanschluss und autonomes Energiemanagement
Steu­er­bar­keit am Netz­an­schluss des Gebäu­des, vom Netz zum digi­ta­len Netz­an­schluss über das loka­le Ener­gie­ma­nage­ment­sys­tem bis zum Elektrofahrzeug

Vom Haus, zur Straße, zum Quartier – C/Sells schafft Standardisierung und Technik für die Energiewende

Die Steu­er­bar­keit der Leis­tung am Netz­an­schluss, ist nicht nur für eine ein­zel­ne Lie­gen­schaft wich­tig: Sei­tens der Netz­be­trei­ber wird ver­mehrt nach Lösun­gen für Quar­tie­re gefragt, wel­che sich aus Lie­gen­schaf­ten mit unter­schied­lichs­ten Ver­brauchs- und Erzeu­gungs­ei­gen­schaf­ten zusam­men­set­zen. Meh­re­re Lie­gen­schaf­ten mit Solar­an­la­gen erzeu­gen einen Über­schuss an Strom, wel­chen der Netz­be­trei­ber zuerst lokal aus­gleicht. Die aktu­el­le VDE 2829–6 beschreibt auch, wie der Netz­be­trei­ber über die Steu­er­box der Lie­gen­schaft an Ener­gie­ma­nage­ment­sys­te­me in Gebäu­den einen vor­han­de­nen Strom­über­schuss im loka­len Netz signa­li­siert und Anrei­ze gibt, die Leis­tungs­auf­nah­me des Gebäu­des durch das Ein­schal­ten fle­xi­bler Ver­brau­cher und Spei­cher zu erhö­hen. So kann über Häu­ser­gren­zen hin­weg das Elek­tro­au­to mit höhe­rer Leis­tung laden oder die Wär­me­pum­pe bereits vor der ursprüng­lich geplan­ten Zeit den Wär­me­spei­cher füllen.

Wei­te­re Demons­tra­ti­ons­zel­len in C/sells haben gezeigt, dass markt­ge­trie­be­ne, vor­aus­schau­en­de Mecha­nis­men im Zusam­men­wir­ken von Fle­xi­bi­li­täts­an­bie­tern mit Fle­xi­bi­li­täts­platt­for­men zur Sta­bi­li­sie­rung der Net­ze bei­tra­gen kön­nen. Digi­ta­ler Netz­an­schluss und auto­no­mes Ener­gie­ma­nage­ment bil­den Mecha­nis­men zur Abgren­zung der Selbst­be­stim­mung inner­halb des Gebäu­des von regu­lier­ten Maß­nah­men zum Netz­an­schluss an der Gren­ze des Gebäu­des. Die Ver­fah­ren sol­len nun schritt­wei­se in der EEBUS Initia­ti­ve spe­zi­fi­ziert und anschlie­ßend in die VDE 2829–6 über­nom­men wer­den. Zusam­men mit der in Lei­men gezeig­ten Ein­griffs­mög­lich­keit des Netz­be­trei­bers, als Lösung bei kri­ti­schen Netz­si­tua­tio­nen, hat C/sells mit der Blau­pau­se einen wesent­li­chen Bei­trag für die zukünf­ti­gen, intel­li­gen­ten Strom­net­ze geleistet.

Vorschlag für Blaupause zum digitalen Netzanschluss in einer Gebäudezelle

Par­ti­zi­pa­ti­on durch Recht auf Eigen­ver­sor­gung und auto­no­me Gestal­tung auf Basis von Inno­va­tio­nen und tech­ni­schen Nor­men sowie ver­bin­den­de, aber nicht ver­hin­dern­de recht­li­che Regeln — all das konn­ten wir im Auto­no­mie Lab Lei­men erfolg­reich zei­gen!“   Andre­as Kießling

Die Demons­tra­ti­on Lab Hybrid im Auto­no­mie Lab Lei­men wird im Rah­men des SIN­TEG-Pro­gram­mes als Blau­pau­se für einen digi­ta­len Netz­an­schluss vor­ge­schla­gen, um sowohl sys­tem­dienli­ches Ver­hal­ten am Netz­an­schluss eines Gebäu­des als auch Auto­no­mie der selbst­be­stimm­ten Gestal­tung von Ener­gie­flüs­sen im Gebäu­de zu ermög­li­chen (hybri­des Ver­hal­ten einer Gebäu­de­zel­le).

Die ins­be­son­de­re durch die C/sells-Part­ner Stadt­wer­ke Mün­chen und EEBUS-Initia­ti­ve als VDE-Anwen­dungs­re­gel in einem DKE-Nor­mungs­gre­mi­um vor­an­ge­trie­be­ne Lösung ist ein Vor­schlag für die aktu­el­len Gesetz­ge­bungs­pro­zes­se zum EEG und EnWG zur prak­ti­schen Aus­ge­stal­tung eines inter­ope­ra­blen, steu­er­ba­ren und digi­ta­len Netzanschlusses.

Digi­ta­ler Netz­an­schluss und auto­no­mes Ener­gie­ma­nage­ment bie­ten Netz­be­trei­bern die Mög­lich­keit zur fle­xi­blen Netz­füh­rung im Nie­der­span­nungs­be­reich unter den Bedin­gun­gen dezen­tra­ler Strom­erzeu­gung. Vor­ga­ben zu Leis­tungs­flüs­sen kön­nen vom Netz­be­trei­ber über Platt­for­men zur Koor­di­na­ti­on der Ener­gie­markt­teil­neh­mer an den digi­ta­len Netz­an­schluss von Lie­gen­schaf­ten über­sen­det wer­den. An der Steu­er­box endet der Ver­ant­wor­tungs­be­reich des Netz­be­trei­bers mit der Über­ga­be von Leistungswerten.

Das kun­den­sei­ti­ge Ener­gie­ma­nage­ment­sys­tem gewähr­leis­tet auf Basis die­ser Infor­ma­ti­on die maxi­mal bezieh­ba­re oder die maxi­mal ein­zu­spei­sen­de Leis­tung und sorgt für deren Ein­hal­tung. Dazu wird bei­spiels­wei­se der Lade­strom eines Elek­tro­fahr­zeugs über die Wall­box redu­ziert oder erhöht.

Systemarchitektur – Autonomie und Systemdienstleistungen mit digitalem Netzanschluss
Sys­tem­ar­chi­tek­tur – Auto­no­mie und Sys­tem­dienst­leis­tun­gen mit digi­ta­lem Netzanschluss

Vereinte Kompetenz, vom Netzbetrieb über die Steuerbox bis hin zum Energiemanagement

Das Schau­fens­ter­pro­jekt C/sells bot einer gro­ßen Anzahl von Part­nern aus For­schung, Indus­trie und Netz­be­trieb eine opti­ma­le Basis, um die viel­fäl­ti­gen Inter­es­sen und Anfor­de­run­gen der ver­schie­de­nen Sta­ke­hol­der rund um die Ener­gie­ver­sor­gung der Zukunft abzu­bil­den. Auch hier war in der Zusam­men­ar­beit diver­ser Part­ner mit viel­sei­ti­gen Kom­pe­ten­zen eine ganz­heit­li­che Lösung möglich.

Zitat Dr. David Nest­le, Lei­ter des C/sells-Teil­vor­ha­bens am Fraun­ho­fer IEE:

In der Nie­der­span­nungs­ver­sor­gung sehen wir eine wach­sen­de instal­lier­te Leis­tung an dezen­tra­ler Erzeu­gung aus Pho­to­vol­ta­ik sowie an Ver­brau­chern mit hoher Leis­tung wie Lade­säu­len und Wär­me­pum­pen. Damit gewinnt die Steu­er­bar­keit der Leis­tungs­auf­nah­me auch in der Nie­der­span­nungs­ver­sor­gung für den Netz­be­trei­ber an Bedeu­tung. Zugleich möch­ten die Nut­zer selbst ent­schei­den und Prio­ri­tä­ten set­zen, durch wel­che Zu- und Abschal­tun­gen die Vor­ga­ben lokal umge­setzt wer­den. Das Ener­gie­ma­nage­ment des Fraun­ho­fer-Insti­tu­tes IEE bringt die­se Anfor­de­run­gen zusam­men und bie­tet durch die Anbin­dung über den CLS-Kanal des SMGW zugleich die not­wen­di­ge Sicher­heit bei der Umset­zung, die sowohl aus Sicht des ein­zel­nen Nut­zers als auch für den Betrieb des Net­zes als Gan­zes ent­schei­dend ist. Das EMS kann unter Bewah­rung der jewei­li­gen Effi­zi­enz­zie­le im Gebäu­de die Steue­rungs­in­for­ma­tio­nen des Net­zes in der Lie­gen­schaft auf Basis selbst­be­stimm­ter Prio­ri­tä­ten des Gebäu­de­nut­zers umsetzen.“

EEBUS — Standardisiertes Kommunikationsprotokoll und Anwendungsfälle

Die EEBus Initia­ti­ve e.V. arbei­tet aktiv in den rele­van­ten Nor­mungs­gre­mi­en mit. Sowohl in Arbeits­krei­sen des DKE und in den Task For­ces des Bun­des­amts für Sicher­heit der Infor­ma­ti­ons­tech­nik (BSI), als auch im Forum Netz­tech­nik Netz­be­trieb (FNN) ist die Initia­ti­ve mit ihren Exper­ten ver­tre­ten. Beson­ders für die netz­be­zo­ge­nen Anwen­dun­gen wur­de inner­halb der Initia­ti­ve eine Arbeits­grup­pe auf­ge­setzt, in wel­cher inter­dis­zi­pli­nä­re Exper­ten aller rele­van­ten Gewer­ke an der Spe­zi­fi­zie­rung der Anwen­dungs­fäl­le arbeiten.

Zitat Ralph-Ino Prümm, Lei­ter Pro­dukt­ma­nage­ment EEBus e.V.:

Netz­be­trei­ber müs­sen die Leis­tung am loka­len Netz­an­schluss beein­flus­sen kön­nen, egal ob Ver­brauch oder Ein­spei­sung. Am Ende inter­es­siert es einen Netz­be­trei­ber nicht, wie und wel­che Gerä­te in einer Lie­gen­schaft ver­baut sind. Ein­zig die Wir­kung auf den Netz­an­schluss ist in der kumu­lier­ten Sicht, z.B. der eines Gebäu­des oder Stra­ßen­zu­ges, ent­schei­dend. Die hier­für zwin­gend erfor­der­li­che stan­dar­di­sier­te Kom­mu­ni­ka­ti­on setz­ten wir bei der EEBus Initia­ti­ve zusam­men mit unse­ren Mit­glieds­un­ter­neh­men um. Unse­re Lösun­gen mit rea­len Gerä­ten und Sys­te­men haben wir mit unse­ren Pro­jekt­part­nern erfolg­reich tes­ten können.“

Ein gro­ßer Fort­schritt der Stan­dar­di­sie­rungs­ar­bei­ten zum EEBUS zeigt sich in den, vor kur­zem zur öffent­li­chen Kom­men­tie­rung vor­ge­leg­ten, VDE-Anwen­dungs­re­geln der Rei­he VDE AR‑E 2829–6. Hier­in sind alle wich­ti­gen Aspek­te von tech­ni­schen Stan­dards für Daten­aus­tausch, Daten­mo­del­le, Sicher­heits­an­for­de­run­gen bis hin zur kon­kre­ten Umset­zung beschrie­ben. Die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit dem EEBUS Daten­mo­dell SPINE (Smart Pre­mi­ses Inter­ope­ra­ble Neu­tral-Mes­sa­ge Exchan­ge) über das stan­dar­di­sier­te Trans­port­pro­to­koll SHIP (Smart Home IP) bil­det die Grund­la­ge. Die Ver­öf­fent­li­chung der Anwen­dungs­re­geln ist zum Jah­res­wech­sel 2020/2021 geplant.

Zitat Jörg Schmidt­ke, Gre­mi­en und För­der­pro­jek­te, VIVAVIS AG:

Mit der erst­ma­lig durch­gän­gig auto­ma­ti­sier­ten Anwen­dung einer Leis­tungs­li­mi­tie­rung über ein intel­li­gen­tes Mess­sys­tem und die FNN kon­for­me Steu­er­box der VIVAVIS wur­de die Ein­satz­rei­fe der SMGW für Steue­rungs­auf­ga­ben belegt. Wir hof­fen damit einen posi­ti­ven Bei­trag zur Dis­kus­si­on der Mehr­wer­te rund um das das intel­li­gen­te Mess­sys­tem gelie­fert zu haben.“

Digi­ta­ler Netz­an­schluss und auto­no­mes Ener­gie­ma­nage­ment sind Aus­gangs­punkt wei­te­rer, sowohl netz- als auch markt­be­zo­ge­ner Anwen­dungs­fäl­le. Dazu zäh­len bei­spiels­wei­se der Aus­tausch von fle­xi­blen Tari­fen oder Pro­gno­se­da­ten, die aktu­ell inner­halb der EEBus Initia­ti­ve spe­zi­fi­ziert und somit bald­mög­lichst als stan­dar­di­sier­te und inter­ope­ra­ble Anwen­dung öffent­lich ver­füg­bar gemacht werden.

Zitat Peter Bre­u­ning, Abtei­lungs­lei­tung Netz­leit­tech­nik Stadt­wer­ke Schwä­bisch Hall:

Erlau­ben sie mir bit­te eine Pro­jek­ti­on des digi­ta­len Netz­an­schlus­ses in das Jahr 2050: Mil­lio­nen von der­ar­ti­gen Netz­an­schlüs­sen bil­den intel­li­gen­te Zel­len im Netz der Ver­teil­netz­be­trei­ber, mitt­ler­wei­le sind wir in Deutsch­land in der Ener­gie­welt bei Redis­patch 5.0; welt­weit haben Elek­tro­au­tos die Ver­bren­ner abge­löst. Die Netz­ein­spei­sung in Deutsch­land und im Euro­päi­schen Netz besteht über­wie­gend aus Kraft­wer­ken mit rege­ne­ra­ti­ver Ener­gie, Block­heiz­kraft­wer­ke wer­den mit Was­ser­stoff betrie­ben, alle Koh­le­kraft­wer­ke haben den Weg der Dino­sau­ri­er ange­tre­ten. Der Netz­be­trei­ber sen­det an jede Zel­le Fahr­plä­ne (Pro­sumen­ten­pro­fi­le für Strom­be­zug und Ein­spei­sung am Netz­an­schluss des Gebäu­des), wie seit 2021 beim Redis­patch 2.0. Die Zel­le reagiert auf die Fahr­plä­ne und regelt den Bedarf der Zel­le gemäß loka­lem Ange­bot und Nach­fra­ge. Bei Bedarf wer­den Anpas­sun­gen der Pro­sumen­ten­pro­fi­le zwi­schen der jewei­li­gen Zel­le und dem Netz­füh­rungs­sys­tem auto­ma­ti­siert abge­stimmt. Bei Netz­aus­fäl­len ist ein loka­ler Insel­be­trieb in jeder Gebäu­de­zel­le sowie ein geziel­ter Net­z­wie­der­auf­bau nach Besei­ti­gung der Stö­rung mög­lich. Mein Fazit lau­tet – lie­ber einen Euro für zukunfts­träch­ti­ge Lösun­gen inves­tie­ren, als alle paar Jah­re die Stra­ßen auf­zu­gra­ben und die Net­ze zu verstärken!“

Partner

Über VIVAVIS AG:

Die VIVAVIS AG ist Lie­fe­rant intel­li­gen­ter Sys­tem­lö­sun­gen im Bereich der Ener­gie­wirt­schaft und Ihr Ansprech­part­ner für eine effi­zi­en­te Digi­ta­li­sie­rung rund um Net­ze, Mete­ring, Quar­tie­re und Was­ser­wirt­schaft. Wir sind ver­läss­li­cher Part­ner für Ener­gie­ver­sor­ger, Indus­trie, Woh­nungs­wirt­schaft, Kom­mu­nen sowie ande­re Ver­sor­gungs­un­ter­neh­men für die Inte­gra­ti­on digi­ta­ler Tech­no­lo­gien in eine vor­han­de­ne Infra­struk­tur – natio­nal wie inter­na­tio­nal. Ganz gemäß unse­rer Phi­lo­so­phie „smart, sim­plistic, visio­na­ry“ gestal­ten wir Lösun­gen, die sich umfas­send in das vor­han­de­ne Umfeld ein­fü­gen und leicht ergän­zen lassen.

Ent­stan­den ist die VIVAVIS AG aus der Fusi­on der vier Tech­no­lo­gie-Unter­neh­men VIVAVIS GmbH, IDS GmbH, GÖRLITZ AG sowie Erwin Peters Sys­tem­tech­nik GmbH. Das Pro­dukt­port­fo­lio der neu­en VIVAVIS AG umfasst Ener­gie­ma­nage­ment­sys­te­me, Geo­in­for­ma­ti­ons­sys­te­me, Auto­ma­ti­sie­rungs- und Pro­zess­leit­tech­nik, Lösun­gen rund um Zäh­ler­fern­aus­le­sung, Smart Mete­ring, Sub­me­te­ring und IoT-Tech­nik sowie Netz­leit- und Fern­wirk-Tech­nik. Mit dem gebün­del­ten Know-how der über vie­le Jah­re am Markt agie­ren­den Exper­ten aus unse­rem Unter­neh­men bie­ten wir unse­ren Kun­den krea­ti­ve, zukunfts­si­che­re IoT-Lösun­gen aus einer Hand.

Unse­re Kom­plett­lö­sun­gen kön­nen spar­ten- und funk­ti­ons­über­grei­fend belie­bi­ge Daten emp­fan­gen, qua­li­fi­zie­ren, über­wa­chen, steu­ern, regeln, auf­be­rei­ten und ver­ständ­lich kom­mu­ni­zie­ren. Dies umfasst Betriebs­mit­tel­da­ten über geo­re­fe­ren­zier­te, sicher­heits­kri­ti­sche Daten bis hin zu Mess­da­ten aus Zähler‑, Sub­me­te­ring- oder IoT-Infra­struk­tu­ren. Mehr als 10.000 Kun­den ver­trau­en bereits auf die brei­te Pro­dukt­pa­let­te der VIVAVIS AG und das bran­chen­über­grei­fen­de Fach­wis­sen unse­rer Mit­ar­bei­ter und pro­fi­tie­ren somit von größt­mög­li­chem Mehr­wert.
www.vivavis.com

Über Fraunhofer IEE:

Das Fraun­ho­fer-Insti­tut für Ener­gie­wirt­schaft und Ener­gie­sys­tem­tech­nik IEE in Kas­sel forscht für die Trans­for­ma­ti­on der Ener­gie­sys­te­me. Es ent­wi­ckelt Lösun­gen für tech­ni­sche und wirt­schaft­li­che Her­aus­for­de­run­gen, um die Kos­ten für die Nut­zung erneu­er­ba­rer Ener­gien wei­ter zu sen­ken, die Ver­sor­gung trotz vola­ti­ler Erzeu­gung zu sichern, die Netz­sta­bi­li­tät auf hohem Niveau zu gewähr­leis­ten und die Ener­gie­wen­de zu einem wirt­schaft­li­chen Erfolg zu füh­ren. Unter­neh­men aus den Bran­chen Ener­gie­ver­sor­gung, Netz­be­trieb, Ener­gie­elek­tro­nik, Ener­gie­in­for­ma­tik, Wind­ener­gie, Pho­to­vol­ta­ik, Bio­en­er­gie und Invest­ment bie­ten wir ein reich­hal­ti­ges, an die Bedürf­nis­se unse­rer Kun­den anpass­ba­res, Port­fo­lio von Leis­tun­gen, Know-how und Pro­duk­ten.
www.iee.fraunhofer.de

Über Stadtwerke Schwäbisch Hall:

Die Stadt­wer­ke Schwä­bisch Hall GmbH, ein inno­va­ti­ver Netz­be­trei­ber und Dienst­leis­ter, ver­sorgt in Schwä­bisch Hall und angren­zen­der Gemein­den rund 70.000 Ein­woh­ner mit Ener­gie. Der­zeit spei­sen Kraft­wer­ke mit einer Leis­tung von rund 180 MW bei einer maxi­ma­len Netz­ab­ga­be von 70 MW ein. Aktu­ell wird im Rah­men vom Pro­jekt Grid Radar und der Ein­füh­rung von Redis­patch 2.0 ein Fore­cast von 36 Stun­den für die Netz­si­cher­heit im Mit­tel- und Nie­der­span­nungs­netz imple­men­tiert. Des Wei­te­ren tauscht die Ver­bund­leit­war­te mit ihren vor­ge­la­ger­ten Netz­be­trei­bern auf elek­tro­ni­schem Weg Daten über die aktu­el­le Netz­si­tua­ti­on aus, der Daten­aus­tausch bei der Kas­ka­de erfolgt über eine Kopp­lung der Netz­füh­rungs­sys­te­me. Der bis­he­ri­ge unsi­che­re Weg via E‑Mail ist damit Geschich­te. Wich­tig war die Umset­zung, da die Ver­bund­leit­war­te die Dienst­leis­tung Mel­de­stel­le und Netz­füh­rung für 21 Stadt­wer­ke in Deutsch­land durchführen.

www.stadtwerke-hall.de

Über EEBUS:

Die EEBus Initia­ti­ve e.V. ver­fügt über mehr als 60 Mit­glie­der, die in allen Berei­chen des ver­netz­ten Haus­halts, der Elek­tro­mo­bi­li­tät, der Ener­gie und der intel­li­gen­ten Gerä­te die füh­ren­den Inter­es­sen­ver­tre­ter sind. Die Mit­glie­der arbei­ten in ver­schie­de­nen Arbeits­grup­pen zusam­men, um die stan­dar­di­sier­te und gemein­sa­me Spra­che für die Inter­ope­ra­bi­li­tät der ange­schlos­se­nen Gerä­te zu ent­wi­ckeln – EEBUS. Smart Hea­ting, Elek­tro­fahr­zeu­ge, Pho­to­vol­ta­ik­sys­te­me, Smart Home Sys­te­me, Ener­gie­ma­na­ger und ande­re Gerä­te kön­nen so schon heu­te naht­los über das loka­le Ener­gie­ma­nage­ment kommunizieren.

www.eebus.org

Über KEO:

KEO ist der füh­ren­de EEBUS Soft­ware Inte­gra­tor. Mit den EEBUS Soft­ware Stacks ver­bin­det das Unter­neh­men ener­giere­le­van­te Gerä­te mit Ener­gie­ma­nage­ment­sys­te­men und dem Netz. Die Soft­ware­lö­sun­gen von KEO basie­ren auf ver­schie­de­nen Tech­no­lo­gien, sind her­stel­ler­un­ab­hän­gig und auf ver­schie­de­ne Berei­che zuge­schnit­ten. Die Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen von EEBUS trei­ben die Inte­gra­ti­on einer gemein­sa­men Spra­che für Ener­gie vor­an, die eine naht­lo­se Kom­mu­ni­ka­ti­on ermög­licht. Neben Con­nec­ti­vi­ty-Stacks bie­tet KEO Test­werk­zeu­ge und ‑umge­bun­gen rund um die EEBUS-Spe­zi­fi­ka­tio­nen an.

www.keo-connectivity.com

Über Andreas Kießling (Digital Clean Energy Design GmbH):

Andre­as Kieß­ling hat in Dres­den Phy­sik stu­diert und lebt im Raum Hei­del­berg. Er betei­ligt sich als Frei­be­ruf­ler und Autor an der Gestal­tung nach­hal­ti­ger Lebens­räu­me und zuge­hö­ri­ger Ener­gie­kreis­läu­fe. Dies betrifft The­men zu erneu­er­ba­ren und dezen­tral orga­ni­sier­ten Ener­gien auf Basis der Digi­ta­li­sie­rung. Ver­öf­fent­li­chun­gen als auch die Akti­vi­tä­ten zur Bera­tung, zum Pro­jekt­ma­nage­ment und zur Leh­re die­nen der Gestal­tung von Ener­gie­tech­no­lo­gie, Ener­gie­po­li­tik und Ener­gie­öko­no­mie mit regio­na­len und loka­len Chan­cen der Land­schafts­ent­wick­lung in einer glo­ba­li­sier­ten Welt.

www.energieorganismus.de


Lei­men, den 08. Dezem­ber 2020

Andre­as Kieß­ling, ener­gy design

Andreas Kießling
Über Andreas Kießling 75 Artikel
Andreas Kießling hat in Dresden Physik studiert und lebt im Raum Heidelberg. Er beteiligt sich als Freiberufler und Autor an der Gestaltung nachhaltiger Lebensräume und zugehöriger Energiekreisläufe. Dies betrifft Themen zu erneuerbaren und dezentral organisierten Energien. Veröffentlichungen als auch die Aktivitäten zur Beratung, zum Projektmanagement und zur Lehre dienen der Gestaltung von Energietechnologie, Energiepolitik und Energieökonomie mit regionalen und lokalen Chancen der Raumentwicklung in einer globalisierten Welt.

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