C/sells-Position zum Stufenmodell

Stufenmodell des BMWi zur Weiterentwicklung von Standards für die Digitalisierung der Energiewende

C/sells-Position zum Stufenmodell zur Digitalisierung der Energiewende
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Inhaltsverzeichnis

  1. Vor­wort — Dampf­ma­schi­ne im Cyber War
  2. Zusam­men­fas­sung — Inno­va­ti­ons­im­pul­se statt Detailregulierung
  3. Emp­feh­lun­gen zur EEG- und EnWG-Novel­le — Auto­no­mie hin­ter dem Netzanschluss
  4. Trei­ber der Energiewende
  5. Stan­dards sind Bin­de­glied zwi­schen Inno­va­ti­on und Sicher­heit — Gestal­tungs­ebe­nen wirt­schaft­li­cher Entwicklung
  6. Eigen­ver­sor­gung und Energiegemeinschaften
  7. Emp­feh­lun­gen für die Schnitt­stel­le zum Prosumenten
  8. C/sells-Posi­ti­on zum Stu­fen­mo­dell des BMWI zur Wei­ter­ent­wick­lung von Stan­dards für die Digi­ta­li­sie­rung der Energiewende
  9. Tech­ni­sche Detail­re­gu­lie­rung im EEG unter Blick­win­kel der Abgren­zung von Rechts­sys­tem, nor­ma­ti­ver Basis und Innovation

C/sells-Position zum Stufenmodell des BMWi zur Weiterentwicklung von Standards für die Digitalisierung der Energiewende

In C/sells arbei­te­ten über 60 Part­ner mit 400 Exper­tin­nen und Exper­ten aus Indus­trie, Ener­gie­wirt­schaft und Wis­sen­schaft an der Kon­zep­ti­on neu­er, klein­tei­li­ger Märk­te, an der tech­ni­schen Umset­zung in den Demons­tra­ti­ons­zel­len sowie der Ein­bin­dung der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in den Par­ti­zi­pa­ti­ons­zel­len. Der stets offe­ne Aus­tausch der Part­ner und die kon­struk­ti­ve Zusam­men­ar­beit ermög­lich­te inte­gra­ti­ve Kon­zep­te, für die der Über­gang in den Real­be­trieb vor­be­rei­tet wur­de. Dabei ist es wich­tig, nicht am Reiß­brett zu pla­nen, son­dern im Dia­log mit den Fach­leu­ten im Betrieb und den Ver­tre­tern des FNN an einer Evo­lu­ti­on der Pro­zes­se zu arbeiten.

Im Rah­men des Stu­fen­mo­del­les von BSI/BMWi bringt das Pro­jekt gewon­ne­ne Erfah­run­gen und Erkennt­nis­se zur wei­te­ren Anwen­dung der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­fra­struk­tur mit Smart Meter Gate­way ein. Mit dem Stu­fen­kon­zept wer­den wesent­li­che Her­aus­for­de­run­gen bei der Digi­ta­li­sie­rung der Ener­gie­wen­de adres­siert. Die erfolg­rei­che Umset­zung der mit der Trans­for­ma­ti­on des Ener­gie­sys­tems sowie mit der Digi­ta­li­sie­rung ver­bun­de­nen Her­aus­for­de­run­gen erfor­dert dabei den Abgleich von staat­lich regu­lier­ten Pro­zes­sen sowie die Nut­zung der Inno­va­ti­ons­kraft der Indus­trie und der Gestal­tungs­kraft der Gesell­schaft. Die­se Trei­ber fin­den sich auch in den ener­gie­po­li­ti­schen Posi­tio­nen von C/sells wieder.

In die­sem Zusam­men­hang möch­ten wir als C/sells-Posi­ti­on zum Stu­fen­mo­dell fol­gen­de Punk­te unterstreichen:

  • Ein mit dem Stu­fen­mo­dell ver­bun­de­nes schritt­wei­ses Vor­ge­hen auf Basis von bestimm­ten Anwen­dungs­fäl­len ist bei der Kom­ple­xi­tät der Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­se zu unter­stüt­zen. Dies ent­spricht auch der Vor­ge­hens­me­tho­dik im Rah­men des euro­päi­schen Stan­dar­di­sie­rungs­man­da­tes. Das aktu­el­le BMWi/B­SI-Stu­fen­mo­dell ist stark auf den Ziel­zu­stand fokus­siert. Der im Begleit­do­ku­ment skiz­zier­te jähr­lich wie­der­keh­ren­de Pro­zess lässt auf lan­ge und star­re Ent­wick­lungs- und Ent­schei­dungs­zy­klen schlie­ßen. Wir emp­feh­len die Aus­ar­bei­tung eines Migra­ti­ons­pfa­des, der es erlaubt, auch kurz­fris­tig Mehr­wer­te aus der Anwen­dung intel­li­gen­ter Mess­sys­te­me mit Smart Meter Gate­ways zu realisieren.
  • Die C/sells-Feld­tests zei­gen, dass eine Ein­bin­dung und Mit­wir­kung der Gebäu­de­ei­gen­tü­mer Grund­la­ge für die erfolg­rei­che Umset­zung ener­gie­wirt­schaft­li­cher Anwen­dungs­fäl­le ist. Essen­zi­el­le Vor­aus­set­zung für das Stu­fen­mo­dell, etwa die Moder­ni­sie­rung der oft­mals jahr­zehn­te­al­ten elek­tri­schen und kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­ni­schen Infra­struk­tur, wird bis­lang kaum the­ma­ti­siert, ist aber die Vor­aus­set­zung für die geplan­te hohe Durch­drin­gung und die erhoff­ten Mehr­wer­te aus der Anwen­dung intel­li­gen­ter Mess­sys­te­me mit Hil­fe von Smart Meter Gateways.
  • Aus unse­rer Sicht gilt es die regu­la­to­ri­schen und legis­la­ti­ven Pro­zes­se auf die Gestal­tung grund­le­gen­der Rah­men­be­din­gun­gen zu beschrän­ken, um ins­be­son­de­re die Inno­va­ti­ons­kraft moti­vier­ter Vor­rei­ter der inter­na­tio­nal agie­ren­den deut­schen Indus­trie bei der Schaf­fung zusam­men­wir­ken­der Sys­te­me nicht aus­zu­brem­sen. Der Fokus des Stu­fen­mo­dells soll­te auf der Wei­ter­ent­wick­lung des SMGW als siche­re Kom­mu­ni­ka­ti­ons­platt­form und deren Schnitt­stel­len lie­gen. Die die­se Platt­form nut­zen­den Kom­po­nen­ten (z.B. Ener­gie­ma­nage­ment Sys­te­me, Anla­gen, etc.) soll­ten in ihrer tech­ni­schen Aus­prä­gung nicht Gegen­stand der BMWi/B­SI-Spe­zi­fi­ka­ti­on sein, son­dern durch die ent­spre­chen­den Bran­chen­ver­bän­de/-insti­tu­tio­nen erar­bei­tet wer­den. Dadurch wird der markt­ori­en­tier­ten Wei­ter­ent­wick­lung die­ser Appli­ka­tio­nen Vor­schub geleis­tet und eine kurz­fris­ti­ge Umset­zung von kun­den­ori­en­tier­ten Lösun­gen ermöglicht. 
  • Für das stu­fen­lo­se Steu­ern in der Nie­der­span­nung hat sich in C/sells eigens eine Arbeits­grup­pe gegrün­det. Die erar­bei­te­ten Model­le für eine Koor­di­na­ti­on von Steue­run­gen sind in den Task-For­ces und dem Stu­fen­mo­dell bis­her kaum berück­sich­tigt. Mit Blick auf unse­re Erfah­run­gen ist eine Umset­zung markt­li­cher Steue­run­gen und Steue­run­gen des Netz­be­trei­bers nur durch Imple­men­tie­rung einer Koor­di­nie­rungs­funk­ti­on mög­lich. Wir unter­stüt­zen die Arbeit von FNN und DKE aus­drück­lich, da deren Kon­zep­te das Zusam­men­spiel von Anla­gen­her­stel­lern, Gebäu­de­tech­nik und Ener­gie­ver­sor­gern in die Nor­mung trans­fe­rie­ren. Wir wei­sen dar­auf hin, dass Stan­dar­di­sie­rung im inter­na­tio­na­len Kon­text erfol­gen muss, um die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der natio­na­len Indus­trie sicherzustellen.
  • Mit den in C/sells ent­wi­ckel­ten Fle­xi­bi­li­täts­platt­for­men wur­de die Mög­lich­keit geschaf­fen, netz­dien­li­ches Ver­hal­ten von dezen­tra­len und klein­tei­li­gen Fle­xi­bi­li­täts­op­tio­nen anzu­re­gen. Die­se Kon­zep­te soll­ten im Archi­tek­tur­mo­dell, das im Rah­men die­ses Kon­sul­ta­ti­ons­pro­zes­ses erar­bei­tet wird, berück­sich­tigt werden.
  • C/sells beschreibt und erprobt ein ener­gie­wirt­schaft­li­ches Ziel­sze­na­rio, bei dem Gebäu­de die Ener­gie­er­zeu­ger und ‑ver­brau­cher sowie Spei­cher und Elek­tro­fahr­zeu­ge in soge­nann­ten Auto­no­mie­zel­len ver­ei­nen (Pro­sumen­ten z.B. im Bereich der Ein­fa­mi­li­en­häu­ser). Der Netz­be­trei­ber und Aggre­ga­to­ren ste­hen in Inter­ak­ti­on mit dem Gebäu­de. Dabei ist der „digi­ta­le Netz­an­schluss“ die intel­li­gen­te Schnitt­stel­le zwi­schen Netz­be­trei­ber und Gebäu­de. Die siche­re Kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­bin­dung wird über die zer­ti­fi­zier­te und stan­dar­di­sier­te SMGW-Infra­struk­tur sicher­ge­stellt. Im Eigen­tums­be­reich der Anschluss­neh­mer befind­li­che Sys­te­me sind nicht Teil der Zer­ti­fi­zie­rung, wenn­gleich stan­dar­di­sier­te Schnitt­stel­len die ver­läss­li­che Inter­ak­ti­on mit den ener­gie­wirt­schaft­li­chen Akteu­ren garantieren.

Der umfang­rei­che Pro­zess zur Ergeb­nis­syn­the­se der SINTEG-Pro­jek­te wird von den C/sells Exper­tin­nen und Exper­ten inten­siv beglei­tet und mit­ge­stal­tet. Dar­über hin­aus haben wir in C/sells mit unse­rem Dia­log­for­mat zu den „Ener­gie­wirt­schaft­li­chen Posi­tio­nen“ bereits Erkennt­nis­se und Emp­feh­lun­gen mit der Fach­öf­fent­lich­keit geteilt, die im Rah­men der C/sells Minis­ter-Dia­lo­ge dis­ku­tiert wer­den. Die hier vor­lie­gen­de C/sells-Posi­ti­on zum Stu­fen­mo­dell ergänzt die­ses Format.

Albrecht Reu­ter, Ficht­ner IT Con­sul­ting GmbH, Gesamt­pro­jekt­lei­ter C/sells 
Jörg Schmidt­ke, VIVAVIS AG
Peter Bre­u­ning, Stadt­wer­ke Schwä­bisch Hall GmbH
Andre­as Kieß­ling, ener­gy design & manage­ment con­sul­ting
Andre­as Wei­gand, Stadt­wer­ke Mün­chen GmbH
Janosch Wag­ner, PPC AG

Kon­takt: Albrecht Reu­ter (Gesamt­pro­jekt­lei­ter C/sells) Ficht­ner IT Con­sul­ting GmbH
Sarw­ey­stra­ße 3, 70191 Stutt­gart

Tel: +49 711 8995 1964, Mobil : +49 177 899 79 64
albrecht.reuter@csells.net
www.csells.net
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Andre­as Kieß­ling, ener­gy design

Andreas Kießling
Über Andreas Kießling 59 Artikel
Andreas Kießling hat in Dresden Physik studiert und lebt im Raum Heidelberg. Er beteiligt sich als Freiberufler und Autor an der Gestaltung nachhaltiger Lebensräume und zugehöriger Energiekreisläufe. Dies betrifft Themen zu erneuerbaren und dezentral organisierten Energien. Veröffentlichungen als auch die Aktivitäten zur Beratung, zum Projektmanagement und zur Lehre dienen der Gestaltung von Energietechnologie, Energiepolitik und Energieökonomie mit regionalen und lokalen Chancen der Raumentwicklung in einer globalisierten Welt.

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